Auch in Braunschweig ist das Bestehen neofaschistischer Jugendkultur und Gewalt leider ein Thema. In den letzten Monaten mehrten sich die Hinweise, dass braune Kinderschläger jagt auf Punks und Antifas machen. Eine Dokumentation berichteter Übergriffe gibt es hier.
Als polizeibekannt dürfen genannt werden: Der Brandanschlag auf den DGB-Jugendtreff in der Wilhelmstraße und zwei Attacken auf das Kinderzentrum Rotzfrech der Falken in der Böcklerstraße.
Aus den weiteren Berichten der Aktivitäten der Neonazis in Braunschweig kann herausgelesen werden, dass auch in Braunschweig versucht wird, durch Gewalt einzuschüchtern und sogenannte 'no-go-areas' für Jugendliche mit nicht-rechter Gesinnung zu etablieren.
Während die Staatsschutzabteilung der Kriminalpolizei sich über den Umfang der neonazistisch motivierten Gewalt noch keine klare Meinung gebildet hat und stattdessen gegen die Jugendorganisation 'Die Falken' wegen Vortäuschen von Straftaten ermittelt, weil die Falken die oben genannte Dokumentation über Naziübergriffe in Braunschweig veröffentlicht haben, bestätigt die Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt neonazistische Strukturen und Gewaltbereitschaft auch in Braunschweig. Rechte Jugendkultur und Gewaltbereitschaft sind kein ostdeutsches Problem.
Auch die Braunschweiger Kommunalpolitik ist aufgefordert, gegen das Bestehen gewaltbereiter neonazistischer Jugendkultur Initiativen zu ergreifen. Wie so etwas funktionieren kann, zeigt ein Projekt aus Berlin. Unter der Überschrift 'Kein Bock auf Nazis' wird für antifaschistische Zivilcourage unter Jugendlichen geworben. Wie das geht, ist hier näher beschrieben: Gegenöffentlichkeit herstellen, sich zusammentun und aktiv werden, aufklären, Flagge zeigen.
Spätestens seitdem die NPD die Schulhöfe als ideologisches Schlachtfeld entdeckt hat und mit der Verteilung von Schulhof-CD`s für sich neue Jungkameraden werben und braun einfärben will, kann wegschauen und schweigen keine Strategie mehr sein. Bela B. von den Ärzten sieht dies auch so und hat reagiert. Sein Song 'Deutsche kauft nicht bei Nazis' thematisiert den geschickten Umgang der jüngsten Generation der Neonazis mit Mode, Musik und jugendkulturellen Identitäten. dER sONG iST hIER dER öFFENTLICHKEIT zUR vERFÜGUNG gESTELLT.
Ob die Frage, wie neonazistische Gewalt und 'no-go-areas' in Braunschweig verhindert werden, Gegenstand des Kommunalwahlkampfes werden wird, werden die nächsten Wochen zeigen.