Komisch: Da trifft sich der Rat der Stadt zur wichtigsten Sitzung des Jahres, um den Haushalt für das kommende Jahr zu verabschieden. Und was macht die BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG? Sie schreibt kurz und knapp für die Ausgabe am folgenden Tag soweit es der Drucktermin zulässt – und das war es dann. Der Rest ist Schweigen.
Kein Bericht darüber, dass die Aktion für die 4. IGS Braunschweig gut 2.500 Unterschriften übergeben hat. Und keine Berichterstattung darüber, wie die Ratsmitglieder über die Anträge zur Einrichtung der 4. IGS abgestimmt haben.
Kein Bericht darüber, was aus den vielen Ratsanträgen zur Bekämpfung der Kinderarmut in Braunschweig geworden ist.
Und keine Berichterstattung darüber, was in der Aussprache zum Haushaltsplan 2008 von den Fraktionen im Rat der Stadt Braunschweig gesagt wurde.
Wer es nicht besser wüßte, könnte glauben, es sei nur über die Ehrenbürgerwürde für Gerhard Glogowski entschieden worden. Richtig ist: Es ist auch über die Ehrenbürgerwürde für den Ehrenzugmarschall der Karnevalisten, den Ehrensenator der TU und den Ehrenpräsidenten von BTSV Eintracht entschieden worden und er hat diese gegen 4 Stimmen aus der CDU, 3 Stimmen der BIBS, 2 Stimmen der LINKEN, bei 5 Enthaltungen der GRÜNEN (die mit Glogo früher rot-grün regierten) und einer aus der BIBS und bei ansonsten mehrheitlicher Zustimmung der CDU und einmütiger Zustimmung bei SPD und FDP auch bekommen.
Nun also ist ‘Glogo’ Ehrenbürger – trotz mancher politischer Fehler, wie selbst die SPD einräumt, die vermutlich auch an die ‘Edelsause’ dachte. Geehrt wurde ein Vertreter der klassischen Honoratioren-Politik Braunschweigs, der als rechter Sozialdemokrat immer auch gegen links austeilte und sich andererseits anders als viele moderne Sozis von heute dafür einsetzte, dass die SPD die Partei der kleinen Leute war.
NPD, DVU und Republikaner zu unterscheiden, hieße Scheiße nach Geruch zu sortieren. – Gerhard Glogowski 1998