Ob die kommende Bezirksratssitzung Anfang April interessanter wird als die letzte, sehr kurze am 24.1., kann derzeit nicht vorhergesagt werden. Ende Januar hatte der Bezirksrat unter dem Eindruck des ‘Runden Tisches zur Frage der Kinderbetreuung’ vom 15. Januar und dem massiven Protest der anwesenden Eltern einmütig beschlossen, die Verwaltung zur Verbesserung der Kinderbetreuungsmöglichkeiten aufzufordern.
Dass auch übergangsweise etwas zum Kindergartenjahr 2008 passieren wird, ist zugesichert. Vermutlich wird darüber im JUGENDHILFEAUSSCHUSS am 28.2. und/ oder 1.4. Näheres zu erfahren sein und im Bezirksrat dann ‘nur’ berichtet werden.
Unklar ist derzeit, ob die Verwaltung gründliche neue Bedarfsberechnungen angestellt hat. In Aussicht gestellt ist eine weitere Kita-Gruppe ab August 2008 in Übergangsräumen. Zum August 2009 wird die Fertigstellung der Kita am Kruseweg in Aussicht gestellt. Wie groß der Neubau nun abschließend geplant wird, darüber sind noch keine Informationen durchgesickert.
Inzwischen unstreitig leben bereits jetzt sehr viele kleine Kinder im Neubaugebiet Volkmarode-Nord. Auch im Bereich Grenzweg werden vermehrt Kleinkinder beobachtet, die ihre ersten Schritte lernen. Im Baugebiet sind erst gut 60% der Bauplätze belegt. Dies kann darauf hindeuten, dass mittelfristig eine zusätzliche Kitagruppe neben einer Krippengruppe, die am Kruseweg ihr Domizil finden sollen, nicht ausreichen werden – zumal die Krippenbetreuung im 114er derzeit noch bei annähernd 0% liegt.
In der Podiumsdiskussion des Stadtelternrates Kita am 7.2. in der Brunsviga blieb unter den Eltern (!) streitig, ob eine genaue Bedarfsermittlung zur Kinderbetreuung in Braunschweig erforderlich sei. Jedes Angebot werde seine Nachfrage finden, hieß es. Außerdem müsse das Augenmerk nicht nur auf Quantität, sondern auch auf Qualität gerichtet werden und damit auch auf kleinere Gruppengrößen und die Verständigung von ErzieherInnen und Eltern auf pädagogische Konzepte zielen.
Wenn eine gute Kita entstehen soll, braucht es frühzeitig auch eine Diskussion mit den Eltern, damit Kleinkindpädagogik nicht unter dem Zwang räumlicher Begrenzung nur eingeschränkt möglich ist. Denn einleuchtend ist, dass zum Beispiel für musische Bildung im Vorschulalter zusätzliche Räume nötig wären. Zu überlegen wäre auch, ob nicht dezentral Außengebäude sinnvoll sind, um zum Beispiel ‘Lernen und Forschen in der Natur’ möglich zu machen. Mit dem renaturierten Sandbach und den zahlreichen Ausgleichsmaßnahmen zur ökologischen Aufwertung der Schunteraue nördlich des Moorhüttenteichs gäbe es die Voraussetzungen, um ‘Waldgruppen’-Pädagogik aufzugreifen.
Deshalb muss ein Gesamtpaket her:
- Eine Zwischenlösung für eine Kita-Gruppe zum August 2008.
- Der Neubau am Kruseweg, der architektonisch so geplant sein muss, dass Kinder auch in kleineren Gruppen betreut werden können.
- Die an den Bedürfnissen der Kinder orientierte Grundrenovierung der bestehenden Kita am Feuerteich.
- Eine nachvollziehbare Planung der zukünftigen Kinderbetreuung in der Perspektive bis 2013, damit der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz dann wohnortnah erfüllbar ist.