Die Baugrundstücke im Baugebiet Volkmarode-Nord werden durch den Grundstücksvermarkter CAMPUS, Unternehmensgruppe Wiederaufbau verkauft. Der Geschäftsführer I. KÖTHER sorgt mit einer Aussage in der heutigen Ausgabe der BZ für Irritation.
Auf die Frage, weshalb der Grundstücksverkauf stocke, erklärte er: Nach seiner Einschätzung leide Volkmarode unter vielen Vorurteilen. Das Gelände gilt als sehr nass. Kurzfristig sei da nichts zu machen, bedauert Köther. Nach seiner Einschätzung wird sich die Situation in drei bis vier Jahren völlig anders darstellten.
Was will Herr KÖTHER damit sagen? Dauert es noch drei bis vier Jahre, bis das Baugebiet vollständig erschlossen ist oder wird in drei bis vier Jahren das Gelände nicht mehr sehr nass sein?
Offenbar fehlt es an einer glaubwürdigen Vermarktungsstrategie der CAMPUS, da die ursprünglichen Planungen derzeit nicht weiter verfolgt werden. Einen neuen Masterplan für das Baugebiet hat der Stadtbezirksrat bisher nicht eingefordert.
Volkmarode-Nord hat durchaus Standortvorteile. Insbesondere die Nähe zur Autobahn macht das Bauen in Volkmarode für in Wolfsburg Berufstätige attraktiv. Und die Lage des Baugebietes in der Nähe des schönen Moorhüttenteichs und der Schunteraue bietet reichlich Potential für Wohnen und Erholen in der Natur. Allerdings ist dafür das Fuß- und Radwegenetz zwischen dem Baugebiet und Dibbesdorf bzw. Querumer Borwall unzureichend. Es fehlen Feldwegverbindungen in Nord-Süd-Richtung.
Auch handelt der Stadtbezirksrat nach Auffassung der LINKEN in Volkmarode sehr fatalistisch. Obwohl ursprüngliche Planungen nicht umgesetzt werden, wird nicht reagiert. Inzwischen ist klar, dass die Stadtbahnverlängerung bis in das Baugebiet hinein frühstens in fünf Jahren konkret geplant werden wird. Damit ist die Frage aufgeworfen, ob die Flächen für die Bahntrasse nun mindestens fünf Jahre ungepflegte Brachlandschaft bleiben. Der Bezirksrat mit den VertreterInnen von CDU, SPD, FDP und Grünen hat bisher diese Frage nicht aufgenommen.
Auch hat sich der Bezirksrat bisher nicht mit der Altenhilfeplanung der Stadtverwaltung auseinandergesetzt. DIE LINKE fragt: Warum nicht auf der geplanten Trasse einen Fuß- und Radweg anlegen, der die Wege zu den Schulen und den Geschäften an der Berliner Heerstraße kind- und seniorengerecht verkürzt?