
Kinder brauchen Zukunft!
Nach der Sommerpause wird entschieden, welche Schulen zukünftig an welchen Standorten in Braunschweig besucht werden können. Eine Vorlage zur Diskussion hat die Stadtverwaltung im letzten Schulausschuss vorgestellt.
Die Verwaltung schlägt vor, eine 4. IGS am Standort der Grund- und Hauptschule Rüningen einzurichten und dazu das dortige Schulgebäude für gut 10 Mio. Euro zu erweitern. Zusätzlich soll die IGS Querum an der Nibelungen-Realschule in der Nordstadt eine Außenstelle (Gymnasiale Oberstufe) bekommen.
Angesichts rückläufiger SchülerInnenzahlen soll die Hauptschule am Schulzentrum Volkmarode geschlossen werden.
Am Schulzentrum Volkmarode sollen stattdessen drei Standorte der Förderschulen mit Schwerpunkt Lernen gebündelt werden: Die Astrid-Lindgren-Schule in Rühme nebst Außenstelle Isoldestraße sowie die Kielhornschule, die bisher in der Reichsstraße ihr Domizil hat. Die Verwaltung räumt allerdings ein, dass grundsätzlich im Schulzentrum Volkmarode vom Platzbedarf her auch eine IGS eingerichtet werden könnte.
Die Gebäude der Grundschule ‘Am Lehmanger’ und der Kielhornschule sollen nach dem Willen der Verwaltung verkauft werden.
Erste Wortmeldungen zu den Plänen der Verwaltung liegen inzwischen vor: Die SPD wünscht als 4. IGS einen Standort mit Oberstufe. Die wäre das Aus für die Pläne zur Errichtung einer IGS in Rüningen. Denn für zusätzliche Klassenräume auch für die Oberstufe ist dort kein Platz. Möglicherweise käme die Nibelungen-Realschule damit als Standort einer großen 4. IGS in Betracht. Nachteil: Eine IGS in der Nordstadt befände sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu den bestehenden Gesamtschulen in Querum und am Franzschen Feld.
Die GRÜNEN haben mit Verweis darauf, dass es zum beginnenden Schuljahr 758 Anmeldungen zu den drei Gesamtschulen in Braunschweig gab und 365 SchülerInnen abgelehnt werden mussten, die Einrichtung von gleich zwei neuen Gesamtschulen gefordert. An den bestehenden drei IGS-Standorten ist nur Platz für 393 SchülerInnen.

Möglicher IGS-Standort
Da an einer 4. IGS nur gut 125 Viertklässler unterkommen würden, spricht in der Tat alles dafür, sofort zwei zusätzliche Integrierte Gesamtschulen für Braunschweig zu fordern. Da von den abgelehnten BewerberInnen 240 auf die IGS FF und 91 auf die IGS Querum wollten, spricht einiges dafür, sowohl das Schulzentrum Volkmarode als auch die Nordstadt als IGS-Standorte zu planen – zumal in Querum und Volkmarode die Zahl der Kinder momentan merklich ansteigt.
Für Volkmarode ist in diesem Zusammenhang von Bedeutung, dass voraussichtlich in 2 Jahren die Grundschule aus allen Nähten platzen wird. Dies ergibt sich aus den Zahlen der Verwaltung für den Ausbau der Krippenbetreuung. Schon in diesem Jahr hätte der Musikraum an der Grundschule fast wieder als Klassenraum genutzt werden müssen. Da eine Erweiterung der Grundschule Volkmarode nicht möglich scheint, wird über zwei Alternativen zu diskutieren sein: Entweder muss ein Grundschuljahrgang in das Schulzentrum (Bereich der ehemaigen OS?) ausgelagert werden oder die Kinder aus Schapen müssen in Weddel zur Grundschule.
1 Kommentar
12.September 2008 um 17:16
Die von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Einrichtung der vierten IGS im Schulzentrum Volkmarode ist aus meiner Sicht ausdrücklich zu begrüßen. Das Schulzentrum bietet hervorragende räumliche Voraussetzungen und lässt auch die spätere Einrichtung einer Oberstufe zu.
Das Argument, dass es zu einer Ballung von Gesamtschulen im Braunschweiger Osten kommen würde, ist meines Erachtens zu vernachlässigen, da kein anderer Standort ähnlich gute Bedingungen bietet.
In Bezug auf die Einrichtung einer Oberstufe für die IGS Querum am Standort Nibelungenschule möchte ich meinen „alten“ Vorschlag erneut ins Spiel bringen: Wie sicher viele wissen, war die Nibelungenschule der lange favorisierte Standort für die 3. IGS. Die Entscheidung für Querum kam damals völlig überraschend und war eher politisch motiviert. Nun schlägt die Verwaltung vor, in der Nibelungenschule eine Oberstufe für die IGS Querum einzurichten, da die räumlichen Kapazitäten in Querum nicht ausreichen.
Da wäre es aus meiner Sicht nur konsequent, die Entscheidung von damals zu revidieren und die IGS komplett ins Siegfriedviertel umziehen zu lassen. Am Standort Nibelungenschule gibt es sehr gute räumliche Voraussetzungen, zwei Sporthallen und einen großen Schulhof, der bei Bedarf Platz für notwenige Anbauten bietet. Auf diese Weise könnte vermieden werden, dass die IGS Querum auf lange Sicht mit einer Außenstelle leben müsste. Auf der anderen Seite hätte die Realschule in Querum ausreichend Platz, um sich bis hin zur angestrebten Vierzügigkeit zu erweitern.
Ulf Blanke
Bündnis 90/DIE GRÜNEN
Mitglied im Stadtbezirksrat Volkmarode